Reisebericht Jordanien Teil 2 Petra-Aqaba

Petra

Und Petra ist total verückt. Durch eine sehr schmale Schlucht läuft man ca. 1 km bevor sich die Schlucht öffnet und man vor einer riesigen in den Stein gemeistelten Fassade steht. Doch ahnt man an dieser Stelle noch gar nicht, was da noch alles kommt. Denn das Schatzhaus ist nur ein winziger Bruchteil von dem gesamten Gelände.
Über die gesamte Hügellandschaft verteilt findet man überall wunderschöne Steinmetzarbeiten der Nabatäer. Die Dimensionen kann man gar nicht überblicken. Der ganze Berg ist durchlöchert wie Schweizer Käse und überall stößt man auf haarscharf in den Stein gemeißelte und mit Ornamenten verzierte Felswände, Klöster, Amphietheater, Königsgräber. Petra muss eine prachtvolle Stadt gewesen sein – und ist es noch immer.

In Wadi Rum werden wir leider ziemlich genappt. Unsere Erfahrung mit den Jordaniern war bisher so ehrlich und zuverlässig, dass wir nicht damit gerechnet haben, irgendwo abgezockt zu werden. Also sind wir brav in die Touristenfalle getappt. Und nicht nur wir. Denn die Vorgehensweise scheint hier Methode zu haben, und sogar die Polizei steckt mit drin. Die Schlepper gehen so geschickt vor, dass der ahnungslose Tourist nicht erkennen kann, wer gut und wer böse ist. Wir hätten darauf bestehen sollen, eine Quittung zu bekommen und eine Eintrittskarte für den Park. Bisher hatten wir überall in Jordanien für jeden noch so kleinen Eintritt ein Papier bekommen. Gut, dass wir Fotos vom Fahrzeug, dem Fahrer und dem Schlepper haben, denn man kennt einander und so kommt der Beduine, bei dem wir übernachten doch noch an sein Geld. Trotzdem behält der Ausflug ins Wadi Rum für uns einen faden Beigeschmack.

Es gibt Regionen, die sind übersät von Plastikmüll, Tüten und Flaschen. Insbesondere da, wo die Jordanier am Freitag gerne Picknick machen. Zuerst wird die ganze Familie (mind. 5 Frauen und 15 Kinder) in einen Pickup geladen. Jede Familie sucht sich 2 schattenspendende Bäume. Einen für die Männer und einen für die Frauen und Kinder. Dann ziehen die Männer los und hacken Äste von den wenigen Bäumen und machen Brennholz, währen die Frauen die Teppiche auslegen und das Picknick auspacken. Jedes kleine Detail aus einer Styroporbox oder einer Plastiktüte. Nach dem Picknick läßt man dann alles an Ort und Stelle liegen. Dann flattern an jedem Strauch die Tüten und auf den Feldern wird der Abfall einfach untergepflügt.

Seit Jahren hatten wir keinen Urlaub mehr am Meer gemacht und ich hatte mich auf ein paar Tage mit Schnorcheln und Entspannen gefreut. Die Hafenstadt Aquaba lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein also fahren wir weiter entlang der Küste Richtung Saudi Arabien. Vor der Küste liegen Marineschiffe und Öltanker. Kurz vor der Grenze gibt es ein Industriegebiet mit Ölraffinerie. 3 Schlote qualmen schwarzen Rauch in die Luft. Zahllose LKW stehen Schlange und warten auf ihre Öl-Tankladung. Eine 4-spurige Autobahn trennt den Strand von einer großen Hotelanlage und die ganze Gegend sieht aus wie eine riesiges Kieswerk. Na, so hatte ich mir meinen Badeurlaub nicht vorgestellt. Unser kleines, im Beduinenstil eingerichtetes Backpackers befindet sich weit ab vom Trubel. Doch angesichts der trostlosen Umgebung teilen wir dem Wirt gleich mit, dass wir hier wahrscheinlich keine 3 Nächte bleiben möchten. Doch der erwidert nur, dass wir wahrscheinlich noch viel länger bleiben werden. Und er sollte Recht behalten. Denn als wir uns am nächsten Tag eine Schnorchelausrüstung leihen und zum ersten Tauchgang ausrücken, sieht die Welt gleich viel anders aus. Unter Wasser erwarten uns die brillianten Farben einer bizarren Korallenlandschaft. Die Vielfalt, die scheinbare Friedfertigkeit, die Stille, die Schwerelosigkeit – es ist wie ein Traum aus dem man gar nicht mehr aufwachen möchte. Als wir begeistert wieder auftauchen, sind schon 3 erholsame Tage vorbei und damit auch unser schöner Aufenthalt in Jordanien.

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