
17.10.2014 Port Elizabeth
Nach einer ziemlich abenteuerlichen Anreise kommen wir morgens in Port Elizabeth an. Wir sind erstaunt, wie zivilisiert es hier zugeht. Erst einmal Geld besorgen und das Auto abholen, dann schnell zum Supermarkt, um uns für die nächsten Tage mit Snacks einzudecken.
Unsere Südafrika Reise beginnt gleich mit der ersten Safari in einem privaten Park, in dem wir später auch übernachten. Die ersten Elefanten, Kudus, Springböcke, Nyalas, Gnus, Wasserböcke, Impalas und Eland-Antilopen warten schon auf uns. Die Löwen halten sich in einem eigenen Gelände auf – sie hatten wohl zu viel von den teuer eingekauften Wildtieren gefressen. Zum Schluss lassen sich auch noch die Giraffen blicken. Plötzlich fühlt es sich richtig nach Afrika an – bis auf die Temperaturen. Es ist eisig kalt! Am Pool, neben Krokodil und Flusspferd, gönnen wir uns eine Teepause, um wieder aufzutauen.
Dick eingepackt in Decken geht es noch einmal hinaus, um die beiden Nashörner Bonny und Clyde zu suchen. Nach dem Abendessen am Lagerfeuer – geschätzte 5 Grad – steht noch ein nächtlicher Gamedrive auf dem Plan. Na, das war doch ein guter Einstieg in unsere Südafrika Reise!
Die Unterkunft ist ein Traum: eine reetgedeckte Rundhütte, afrikanisch eingerichtet. Es gibt Tee und Kekse, und das Highlight – eine Badewanne mit glühend heißem Wasser, in der man langsam wieder auftauen kann.

18.10.2014 Addo Elephant Nationalpark
Der Tag beginnt früh. Beim morgendlichen Gamedrive zeigen sich alle vier der anwesenden Big Five: Elefant, Nashorn, Büffel und Löwe. Auch die Giraffen sind schon wach und strecken neugierig die Hälse. Danach gibt es Frühstück, und wir starten in Richtung Addo Elephant Nationalpark.
Die Straße ist übersät mit Elefantendung, und riesige Mistkäfer balgen sich um die besten Stücke. Bald stoßen wir auch auf die Verursacher – die Namensgeber dieses Parks: Elefanten, nur eine Armlänge entfernt am Straßenrand. Im Auto wird es plötzlich richtig dunkel, so nah sind sie. Zum Glück sind sie sehr entspannt, und wir können das beeindruckende Schauspiel in aller Ruhe genießen.

19.10.2014 Addo Elephant Nationalpark
Morgens um 8 haben wir ein Date – und zwar ein ganz besonderes. Im Addo Elephant Nationalpark kann man als einer der wenigen Parks auf Safari reiten und kommt so den Zebraherden ganz natürlich und aus nächster Nähe näher. Ein Traum für alle Pferde- und Tierliebhaber!
Zurück im Camp suchen wir einen Shelter an einer Wasserstelle auf. Ein paar Elefanten sind schon da – und nach und nach werden es immer mehr. Von der Ferne sehen wir, wie eine riesige Herde zum Wasserloch zieht. Und dann beginnt die Show. Durch einen Schlitz in der Holzhütte können wir alles ganz genau beobachten. Zuerst kommen einzelne junge Bullen zum Trinken und Plantschen. Danach folgen die Mütter mit ihren Kleinen und Halbwüchsigen, und schließlich taucht der Rest der Herde auf. Es müssen hunderte Tiere sein. Es ist wie im Zirkus: Manche drehen sich extra, als wollten sie Applaus, andere scheinen zu fragen: „Na, noch ein letztes Foto?“ Die ganze fantastische Show mit Einlagen und Programm dauert anderthalb Stunden – und hunderte Fotos später ziehen sie ab. Wir sind völlig zufrieden!

20.10.2014 Tsitsikama Nationalpark
Wir haben uns gut im Appartement mit Blick auf den Park erholt. Danach geht es zu einer weiteren Safari im Addo Elephant Nationalpark. Es scheint, als hätten die Tiere ihren eigenen Tagesplan: Morgens sind die riesigen Schnecken unterwegs, dann kommen Kudus und Zebras. Mittags findet die Elefantenshow am Wasserloch statt, nachmittags spazieren die Moorhühner vorbei und zerfleddern den Elefantendung, und abends gehen die Schildkröten spazieren. Nur wann die Löwen dran sind, wissen wir noch nicht – vielleicht haben die heute frei. Dafür kreuzt ein seltener Karakul unseren Weg, später ein scheuer Schakal. Auch das zählt!
Wir verlassen den Park am südlichen Gate und fahren auf dem Highway zurück nach Port Elizabeth, gleich weiter nach Jeffreys Bay am Indischen Ozean. Wir können es nicht lassen, barfuß am weißen Sandstrand entlang der wilden Brandung zu laufen. Schöne Muscheln gibt es hier – und riesige Quallen.
Der nächste Halt ist die 139 Meter hohe Storms-River-Bridge und der Big Tree, wo riesige Yellow-Wood-Bäume in den Himmel ragen. Wir vertreten uns die Beine bei einer Wanderung durch den Dschungel, teils auf Bretterpfaden, teils durch den Wald, bis wir zu den gigantischen Bäumen gelangen. Unser heutiges Camp liegt direkt am Indischen Ozean im Tsitsikama Nationalpark. Das Wasser wird viele Meter hoch über die Klippen geschleudert – man könnte stundenlang zusehen. Ob das Meer jemals ruhig und friedlich ist?
21.10.2014 Plettenberg Bay
Die ganze Nacht über hören wir die rauschende Brandung. Morgens unternehmen wir einen Spaziergang zur Hängebrücke. Der Weg führt am Berg entlang, durch dichten Dschungel, auf einem tollen Bretterpfad. Danach wandern wir den Otter-Trail entlang der felsigen Küste, durch den Regenwald, zu einem Wasserfall. An einigen Stellen klettern wir über Felsen und Klippen. Der Wasserfall selbst ist zwar nicht so spektakulär wie die Brandung, die hier mit voller Wucht auf die Klippen prallt – wer ist stärker: der Ozean oder die Felsen?
Weiter geht es zum Vogelpark „Birds of Eden“. Der Eintritt mit 160 ZAR ist zwar erstaunlich hoch, aber der Park hält, was er verspricht: eine riesige Voliere, gespannt über ein ganzes Bachbett, in der sich allerlei Federvieh tummelt. Die Vögel scheinen gar nicht zu merken, dass sie eingesperrt sind. Eine kunterbunte Mischung flattert um uns herum – ein wahres Farbenmeer in Bewegung.
22.10.2014 Plettenberg Bay
Wir unternehmen eine Wanderung auf Robberg Island. Der schmale Pfad führt hoch über das Meer, entlang der Klippen rund um die Halbinsel. Unten plantschen die Seehunde herum, nach denen die Insel vermutlich benannt ist. Der Weg ist gesäumt von Mittagsblumen. Am Ende erreichen wir eine Sanddüne und plantschen wie die Seehunde ein bisschen im kühlen Nass. Der Tag ist noch jung, also besuchen wir noch den Nachbarort Knysna auf ein Eis. Mehr bietet die Promenade auch nicht – aber das tut der guten Laune keinen Abbruch.

23.10.2014 Oudtshoorn
Für den Weg nach Oudtshoorn wählen wir die Landstraße durchs Hinterland. Auf einer Gravelroad geht es rauf und runter durch die Berge. Nur wenige Dörfer säumen den Weg, dafür riesige Kuhherden. Auf dem Aussichtspunkt Delphin Point können wir tatsächlich ein paar Delfine in der Weite entdecken.
Weiter geht es über den alten Pass der Outeniqua-Berge: eine schmale Schotterpiste mit stabiler Randmauer, eingebettet zwischen steilen Hängen. Fast wie in der Schweiz vor 50 oder 100 Jahren. Die Strecke ist ein Traum. Hinter den Bergen erreichen wir Oudtshoorn und unsere Unterkunft Montana. Die Anlage ist wunderschön, gepflegt und geschmackvoll eingerichtet, mit weißen Rosenbüsche und Möbeln aus der Gründerzeit. Hier könnte man wirklich ewig bleiben. Zum Abendessen sitzen alle Gäste an einem langen Tisch im Garten, und am Kopfende der Hausherr, der viel Wert auf eine persönliche und freundschaftliche Atmosphäre legt.
24.10.2014 Oudtshoorn
Heute steht eine Rundfahrt über den Swartberg-Pass auf dem Programm. Die Straße, unter Denkmalschutz, schlängelt sich durch eine wunderschöne Gebirgslandschaft und erreicht auf 1.600 Metern ihren höchsten Punkt. Eröffnet wurde der Pass 1888 – heute ist er eine bestens erhaltene Touristenstraße, landschaftlich aber nach wie vor ein Highlight. In Prince Albert machen wir einen Stopp für Kaffee und Kuchen, bevor es zurück durch die spektakuläre Meiring-Schlucht geht. Auch ein Wasserfall steht noch auf dem Plan, bevor wir durch Olivenhaine zum De-Rust-Wasserfall weiterfahren. Einfach eine herrliche Strecke!
25.10.2014 Montagu
Die Landschaft in der Kapregion ist einfach atemberaubend. Der Highway Nr. 62 führt 160 km durch karge, aber unglaublich abwechslungsreiche Bergwelt – rauf und runter, Kurve an Kurve. Bei Ronnie’s Sexshop halten wir kurz an, um einen Milchshake zu trinken. Keine Sorge, es ist kein echter Sexshop, sondern eine Bar, die dank ihres außergewöhnlichen Namens berühmt geworden ist. Ohne diesen Namens-Gag hätte hier wohl niemand gehalten – jetzt kann sich Ronny entspannt zurücklehnen.
Mittags erreichen wir unser Tagesziel Montagu. Unsere Unterkunft ist ein 150 Jahre altes Haus im Kap-Holländischen Stil mit Reetdach. Die Zimmer sind großzügig, geschmackvoll eingerichtet und mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Es gibt einen Pool, und sofort merkt man: So fühlt sich Urlaub an! Beim Spaziergang durch den Ort könnte man meinen, jedes Haus habe beim Wettbewerb „Mein schöner Garten“ mitgemacht – und gewonnen. Leuchtende Bougainvillea in allen Farben, exotische Blüten und reihenweise weiße Rosen. Ein Haus hübscher als das andere.

26.10.2014 Arniston
Wir fahren ein Stück entlang der Bergkette. Die Landschaft ist saftig grün, die Weinstöcke treiben frisch aus. Unser nächstes Ziel ist der De Hoop Nationalpark. Die Gravelroad führt durch Kornfelder, soweit das Auge reicht. Alles ist abgeerntet, und was übrig bleibt, knabbern tausende Schafe ab. Die Gegend ist zwar trocken und karg, aber wohl die Kornkammer Südafrikas.
Schon von weitem sehen wir die Dünen am Strand. Auch heute bläst ein kräftiger Wind, und die Brandung schäumt wild gegen die Klippen. Wir unternehmen einen Spaziergang und halten Ausschau nach Walen. Bei der hohen Dünung sind sie schwer zu entdecken – aber wir haben Glück und erspähen ein einzelnes Exemplar.
Danach erreichen wir Arniston, einen hübschen Ort mit vielen Häusern im Kap-Holländischen Stil und Reetdächern. Die Fischerflotte liegt im Hafen – das Meer ist zu wild, um hinauszufahren.
27.10.2014 Hermanus
Heute steht der südlichste Punkt Afrikas auf dem Plan: Cape Agulhas. Hier treffen der Indische Ozean und der Atlantik aufeinander – ab hier haben wir es also offiziell mit dem Atlantik zu tun. Wir stoppen an den Klippen von De Kelders und halten Ausschau nach Walen. Und tatsächlich: Einige Felsbrocken spritzen fontänenartige Atemwolken in die Luft. Es sind Walkühe mit ihren Kälbern, ganz nah an der Küste.
In Hermanus bekommen wir ein Zimmer an der Promenade mit direktem Meerblick. Vom Fenster aus können wir sogar Wale beobachten – Frühstück mit Wal inklusive!
28.10.2014 Franschhoek
Beim Frühstück planscht ein Wal direkt vor unserer Nase in der Bucht herum – ein noch besseres Morgenprogramm gibt es wohl kaum. Unser nächstes Tiererlebnis wartet in Betty’s Bay: Hunderte niedliche Pinguine watscheln hier völlig furchtlos herum.
Die Küstenstraße dorthin ist ein Traum: herrliche Ausblicke, Kurve an Kurve. Wir halten gefühlt an jedem Aussichtspunkt, bevor wir die Küste verlassen und ins Weinland abbiegen. Weinberge, Obstplantagen, teure Villen und Berge – man könnte glatt meinen, wir wären in Südtirol gelandet.
Wir besuchen das alte Weingut Vergelegen und staunen, wie schön und groß es ist. Rosengarten, Kräutergarten, Wassergarten, Obstplantage – und natürlich das alte Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Riesige, uralte Eichen säumen die Einfahrt und geben dem Anwesen das gewisse Etwas.

29.10.2014 Franschhoek
Heute haben wir uns wieder etwas Besonderes ausgedacht: eine Weinprobe – aber nicht einfach so, sondern per Pferd! Darauf haben wir uns schon seit Wochen gefreut.
Der Reitausflug dauert vier Stunden und umfasst zwei Winetastings auf verschiedenen Weingütern. Wir reiten durch Wald und Weinberge, halten immer wieder auf schönen Anwesen an und verkosten frischen südafrikanischen Weißwein. Nur eines muss man beachten: nicht zu viel trinken – schließlich müssen wir ja noch sicher heimreiten!

30.10.2014 Kapstadt
In Richtung Kapstadt werden die Wolken dichter – und der Verkehr auch. An der Küste halten wir an ein paar bunten Strandhäuschen, die sich perfekt für Fotos eignen. Mittagessen gibt es im nächsten Ort, den der Reiseführer als netten Hafenort mit hübschen Fischerbooten anpreist. Na ja, das können wir so nicht bestätigen. Das Café scheint entweder ein „In“-Café zu sein oder schlicht das einzige im Ort – laut, voll und chaotisch. Da gehen wir lieber zu den Pinguinen. Dort geraten wir allerdings direkt in den Massentourismus.
Natürlich darf das berühmte Kap der Guten Hoffnung bei keiner Südafrika Reise fehlen. Der Blick Richtung Südpol ist überwältigend! Weiter geht es auf der superschönen Küstenstraße Richtung Kapstadt. Die Sonne steht tief, das Licht ist traumhaft, und wir halten gefühlt alle paar Minuten zum Fotografieren an. Vom Signal Hill hat man den besten Blick auf die Stadt und den Tafelberg – eine der schönsten Städte der Welt liegt zu unseren Füßen.

31.10.2014 Kapstadt
Einmal auf dem Tafelberg gestanden zu haben, gehört zu meinen Must-Do’s. Die Gondel fährt heute nicht – Revision oder zu viel Wind, wir wissen es nicht. Die Seile sehen ehrlich gesagt auch nicht besonders vertrauenserweckend aus. Egal, dann gehen wir halt zu Fuß hinauf: 600 Höhenmeter, sehr steil. Von unten sieht es gar nicht so schlimm aus, aber wer einmal oben stehen will, muss da jetzt durch.
Noch durch eine Scharte, und TRARAAAA: Wir sind fast alleine auf dem Berg! Die Seilbahn fährt ja nicht. Die Aussicht auf Stadt, Meer und Tafelberg ist gigantisch. Atemlos genießen wir die Ruhe und das Panorama. Nach diesem Erlebnis haben wir gar keine Lust mehr auf Großstadt und fahren raus zum Sunset Beach und Table View, gegenüber der Bucht von Kapstadt. Hier gibt es wieder einen tollen Sandstrand mit ordentlicher Brandung, auf der ein paar Kiter herumhüpfen.

01.11.2014 Kapstadt
Es bleibt noch Zeit für einen Besuch der Waterfront und des botanischen Gartens – ein Platz der Ruhe an den Hängen auf der Rückseite des Tafelbergs. Viele berühmte südafrikanische Pflanzen blühen hier, besonders die wunderschönen Proteas. Mit diesen Erinnerungen im Gepäck endet unsere Südafrika Reise und geht schließlich zurück in die Heimat.