Spaniens versunkene Provinz Aragonien

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Ganz im Nordosten Spaniens an der Grenze zu Frankreich und auf dem Hauptkamm der Pyrenäen, liegt die Provinz Aragonien. Die Provinz ist gezeichnet von vielen verlassenen oder gar versunkenen Dörfern und genau das macht den Reiz aus. Wer gern fernab von Touristenmassen in den Bergen unterwegs ist oder gar den Bergsport liebt der wird dieses weitgehend unbekannte Fleckchen Erde schnell in sein Herz schließen. Hier gilt noch vollends das stressfreie Provinz-Leben und alles läuft sehr entspannt ab. Für die Spanier selbst ist Aragonien schon lange ein Zufluchtsort aus den jeweils 1,5 Stunden entfernten Großstädten Barcelona und Madrid.

Der fehlende Zugang zum Meer macht Aragonien für die ausländischen Touristen zwar bislang eher uninteressant aber gerade deshalb zieht es Individualurlauber oder Aussteiger in diese Provinz. Grundsätzlich wartet ein riesiges wildes Wandernetz auf die aktiven Urlauber. Verschiedene Nationalparks, das „Ordesa-Tal“, der „Monte Perdido“ und Canyons wie die „Sierra de Guara“ bieten hier alles für Wanderer und Bergsteiger. Neben Wandern und Klettern ist Aragonien unter anderem auch bekannt für die Sportart Eisklettern.

Der Stausee von Mediano gehört zu den Natur-Höhepunkten Aragoniens. Der See beherbergt einige versunkene Dörfchen, wovon nur noch ein einziger Kirchturm aus dem türkisgrünen Wasser ragt. Dieses Panorama gepaart mit den imposanten Pyrenäen im Hintergrund ist wirklich ganz besonders schön. Ein Höhepunkt ist mit Sicherheit auch der Ort „Roda de Isabena“, der kleinste Ort Spaniens der eine Kathedrale beheimatet, welche jedoch nur durch Führungen besichtigt werden kann. Obwohl der Ort nur 50 Einwohner hat, kann er sich unter normalen Umständen nicht vor Touristen retten und die Führungen sind so gut wie immer ausgebucht.

Nahe dem Dörfchen Panillo hat sich sogar ein Aussteiger-Buddhisten-Zentrum über die Jahre entwickelt. Hier wurde zwischen zwei Flüssen auf 800 m Höhe ein Tempel errichtet. Wüsste man nicht, dass man in Spanien ist, so könnte man sich auch nach Tibet versetzt fühlen.

Saragossa als Provinz-Hauptstadt, welche zudem den Anflughafen darstellt, lohnt sich definitiv für einen Zwischenstopp. Mit ihrer barocken Basilika ist sie eine beliebte Pilgerstätte mit einem Schrein und mehreren Kuppeln. Als größte Stadt, kann man hier natürlich auch etwas bummeln und flanieren, was wir Deutschen an Spanien ja doch auch irgendwie so schätzen.

Wer Lust auf ein bisschen mehr Abenteuer hat, der sollte sich ein Motorboot mit Steuermann mieten und in die Schlucht des „Mont Rebei“ eintauchen. Es ist wirklich spannend den Kletterern und Wanderern an ihren Felsstegen ganz nah zu kommen. Man schippert zwischen den steilen und engen Felswänden hindurch, unter sich schönstes Karibikwasser. Wenn man schon dort ist sollte man unbedingt noch weiter fahren zum Ende des Sees und somit die „Chinesischen Mauer von Finestras“ besuchen. Sie ist 40 Millionen Jahre alt und gleich zweifach aufgeschichtet. Ein wahres Naturwunder!

Aragonien klingt also nicht nur zauberhaft, es ist auch zauberhaft!

Auf nach Spanien!