Hoch lebe die Pauschalreise

Mit freundlicher Genehmigung des DRV (Deutscher Reiseverband)

Für viele Reiseliebhaber konnte es bisher gar nicht individuell genug sein. Günstige Linienflüge gekoppelt mit Unterkünften von diversen Online-Bettendatenbanken ergaben eine vermeintlich günstige Reise auf Low-Budget Niveau. Doch historische Einschnitte wie die Corona-Weltkrise oder auch die Pleite des Riesen-Konzerns Thomas Cook hinterließen ihre Spuren und so erlebt die klassische Pauschalreise ihr neues Revival! Doch was genau bedeutet „Pauschalreise“ überhaupt?Eine Pauschalreise bezeichnet mindestens zwei Reiseleistungen gebündelt in einem Paket wie z. B. eine Flug- und eine Hotelleistung, von einem Anbieter und auf einer gemeinsamen Rechnung. Das schöne ist dabei das Rundum-Sorglos-Gefühl. Sollte einer der Leistungsträger wie Airline oder Hotel pleite gehen, haftet der Veranstalter und muss für Ersatz sorgen. Sollte die Reise gar nicht erst stattfinden können, bekommt der Reisende den kompletten Betrag erstattet und trägt somit keinerlei Risiko. Denn dieses liegt auf der Seite des Veranstalters.

Besonders bei der Thomas-Cook-Insolvenz 2019 gingen Millionen von Individualtouristen leer aus. Denn ohne Sicherungsschein, welchen es nur bei Pauschalreisen ausgehändigt gibt, kann man keinerlei Ansprüche gegenüber der Insolvenzversicherung geltend machen. Mit Müh und Not bekommt man bestenfalls ein paar Euro aus der Insolvenzmasse des Insolvenzverwalters erstattet. Im Falle von Thomas Cook hoffte man jedoch vergebens, denn Gewinner waren ganz klar die Pauschalreisenden!

Auch während der Corona-Pandemie wurden wieder die Pauschalreisenden belohnt. Während sich Individualbucher mit den Airlines direkt herumschlagen mussten und Buchungsplattformen lediglich direkt an die Hotels und Unterkünfte verwiesen, waren die deutschen Reiseveranstalter durch die weltweite Reisewarnung dazu gezwungen, die Reisen zu stornieren – und zwar kostenfrei! Außerdem holten die deutschen Reiseveranstalter alle ihre Reisegäste, die sich überall auf der Welt befanden, auf eigene Kosten zurück. Während Individualtouristen, die einen Rückholflug vom Auswärtigen Amt in Anspruch nahmen, sich an den Kosten für die Rückholung beteiligen müssen.

Mit freundlicher Genehmigung des DRV (Deutscher Reiseverband)

Es gibt außerdem noch eine Vielzahl anderer Gründe, warum eine Reise beeinträchtigt werden kann und vielleicht nicht so verläuft wie ursprünglich geplant. In der Vergangenheit gab es hierfür neben den obigen Ereignissen noch viele weitere Störfaktoren wie Vulkanausbrüche, Flugstreiks oder Terroranschläge. In solchen Fällen ist nicht selten ein Reiseabbruch oder eine Verlängerung des Aufenthalts nötig. Auch hier ist man bei Pauschalreisen in guten Händen. Der Reiseveranstalter wird dafür Sorge tragen seine „Reiseschäfchen“ wieder wohlbehalten zurückzufliegen bzw. bei Verlängerung für eine Unterkunft sorgen, wo die Reisenden bis zum Abflug verweilen können.

Auch hier trägt der Veranstalter sämtliche Kosten und die Reisenden sind abgesichert und somit risikofrei. Zudem ist das ganze Handling bei Pauschalreisen einfach angenehmer: die Mitarbeiter sind Reiseexperten, man hat nur einen Ansprechpartner für alle Leistungen, die Zahlung geht gesamt über nur eine Bankverbindung und die Reiseunterlagen werden schön übersichtlich aus einer Hand erstellt.

Leider vergisst man die ganzen Vorteile schnell und sieht oft nur den Preis, der unterm Strich gar nicht unbedingt günstiger sein muss. Meist bekommen die Veranstalter durch ihre Kontingente und Verträge sogar bessere Preise für Pakete, an die man so überhaupt nicht rankommen würde.

Definitiv sollte man hier nicht an der falschen Stelle sparen und sich die Vorteile einer Pauschalreise ins Gedächtnis rufen! Hoch lebe die Pauschalreise!