Grönland – Im Bann des ewigen Eises

Grönland Reise
Grönland

Glänzende Diamanten auf blauem Samt, schimmernde Eisberge, die sich scharf gegen das dunkle Polarmeer abzeichnen. Die Luft ist klar und rein, das Licht intensiv, und doch streichelt es in weichen Tönen die unberührte arktische Natur. Wollgras wiegt sanft im Wind, erhabene Stille liegt über majestätischer Kulisse, nur vereinzelt durchbrochen durch das Klirren des Eises und das Bellen eines Polarfuchses in der Ferne. Willkommen in Kallaliit Nunaat – Land der Menschen!

Wandern in Grönland
Gletschereis

Das Eis bricht die Strahlen der Sonne, das klare Licht spiegelt sich in wundervollen Farbnuancen: Tiefblau, weiß, türkis, glasklar. Plötzlich, mit donnerndem Getöse bricht ein Eisriese, und rauscht mit einer hohen Fontaine ins Meer. Hier an einem der produktivsten Gletscher der Welt, dem Gletscher von Ilulissat, bewegt sich das Eis 25 – 30 m am Tag und kalbt etwa alle fünf Minuten auf eine Breite von 10 km. Das Alter des Eises schwankt von 500 bis 100.000 Jahren am Eisrand. Die untersten Schichten dagegen sind bis zu 2 Millionen Jahre alt. Das Inlandeis bedeckt in Grönland eine Fläche von 1,8 Mio. km² und erreicht eine Dicke von 3.500 m. Sollte dieses Eis schmelzen, würde der Meeresspiegel auf der ganzen Welt um 6,5 m ansteigen.

Grönland
Nordlicht

Weiß, gelb, grün, rot. Faszinierende Schönheit. In ewiger, flüchtiger Bewegung über dem klaren, nächtlichen Himmel. Eine phänomenale
Naturerscheinung: Aurora borealis. Das Nordlicht tritt in ca. 100 km Höhe auf und wirkt wie eine wehende Gardine oder wie Strahlen aus einem einzigen Punkt. Früher glaubte man, das Nordlicht sei das Ballspiel der verstorbenen Seelen. Wenn man dem Nordlicht zupfiff, würde es sich nähern und schließlich den Pfeifenden mitnehmen. Wer wie ein Hund bellte, konnte das Nordlicht wieder vertreiben.

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Fischerdorf

Fischer verlassen den Hafen mit Ihren Motorbooten, die Kinder winken ihnen fröhlich nach. Es ist 1:00 Uhr morgens. Während der Zeit der Mitternachtssonne, von Mitte Mai bis Ende Juli, wird die normale Zeitrechnung praktisch außer Kraft gesetzt. Das warme, weiche Licht der niedrig stehenden Sonne wirft lange Schatten über die mystische arktische Landschaft.

Hunderte von Blumenarten blühen mit atemberaubender Schönheit. Wenn die eine Art verblüht ist, übernimmt die nächste das Farbenspiel. Viel muß geschafft werden, im kurzen arktischen Sommer. Die Nationalblume Grönlands ist das Weideröschen, das häufig anzutreffen ist. Wollgras, Zinnkraut, Steinbrech, Erika, Glockenblumen, gelbe Butterblumen und das Läusekraut geben sich ein Stelldichein. Über 1000 verschiedene Flechtenarten und 500 Pflanzenarten kommen in Grönland vor, darunter 5 Orchideenarten. Die kriechende Zwergbirke mit 10 bis 20 cm Höhe überzieht häufig Felsspalten und Erdrisse während im Süden auch größere Birken und Weiden vorkommen. Die Polarbirke erreicht sogar eine Höhe bis 6 m.

Rund 200 verschiedene Vogelarten kann man in Grönland an den zahlreichen Vogelfelsen entlang der Küste beobachten. Zumeist handelt es sich um zugereiste Gäste, die den kurzen Sommer hier verbringen. Weltmeister im Reisen ist die elegante  Küstenseeschwalbe, die den Winter in der Antarktis verbringt und im Sommer zurück in die Arktis kommt. Das ergibt eine jährliche Flugstrecke von 35.000 km. Vom Aussterben bedroht und streng geschützt ist der grönländische Seeadler mit einer Flügelspannweite von knapp 2,5 m. Auch die anderen drei Raubvogelarten, die es in Grönland gibt, die Jagdfalken, die Wanderfalken und die Schneeulen, stehen unter strengem Naturschutz.

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Eisbär

Die Lebensbedingungen für Landsäugetiere sind aufgrund der langen und kalten Winter sehr hart. Nur 8 Arten haben sich den arktischen Bedingungen in meisterhafter Art angepasst: Der Eisbär, das Wappentier der Grönländer, der Polarwolf, der unter strengem Schutz steht und der Polarfuchs, von dem es eine weiße und eine blaue Variante gibt. Die Moschusochsen wurden in den sechziger Jahren wieder ausgewildert. Wildlebende Rentiere sind in Mittelgrönland am weitesten verbreitet. Weit verbreitet ist auch der Schneehase. Hermeline und Lemminge, die kleinsten grönländischen Landsäugetiere, sind im Nationalpark zu finden.

Die Grönländer sind ein friedliches Volk, das noch nie gegen andere Krieg geführt hat. Hier leben hauptsächlich Inuitten, die sich den Inuitten in Kanada, Alaska und Sibirien verbunden fühlen. In entlegeneren Gebieten, besonders in Nord- und Ostgrönland, behalten trotz Einzug von Satellitenfernsehen und Snowmobil, traditionelle Lebens- und Arbeitsweisen die Oberhand. Hier hat die Jagd noch eine entscheidende Bedeutung. Figuren und Schnitzereien, Gesang, Geschichten und auch der berühmte Trommeltanz haben auch heute noch mythische und soziale Bedeutung und sind für das Funktionieren des Gemeinwesens wichtig.

Grönländisch ist eine von mehreren sogenannten Eskimosprachen, die rund um den Polarkreis von Inuit gesprochen werden. Ein beliebtes Beispiel, um die Eigenart der Sprache zu verdeutlichen ist folgender Satz: „Da gebot er ihm, zu der Stelle zu gehen, wo das ziemlich große Haus gebaut werden sollte.“ Im grönländischen ist dies ein einziges Wort: igdlorssuatsiarliorfigssaliarqugamiuk.

Grönland ist eine Komposition aus arktischer Natur, majestätischen Eiskolossen, schroffen Gebirgen und tiefen Fjorden aber auch grünen Tälern, auf deren Wiesen Schafe weiden. Hier kann man in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit Wanderungen durch wunderschöne Landschaften unternehmen, Wale und Robben beobachten, auf den Spuren der Wikinger durch das Gelände streifen oder eine Tour mit dem Hundeschlitten unternehmen. Diese wunderbare Welt prägt sich unvergesslich in die Herzen eines jeden Grönlandbesucher ein.

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Eisberg vor Grönland

Grönlandische Eisberge – Das Schicksal der Titanic!
Das grönländische Inlandeis produziert um die 15.000 Eisberge pro Jahr, vom hausgrossen Brocken bis zum viele hundert Meter langen, schwimmenden Feld. Grosse Eisberge können ohne weiteres eine Million Tonnen wiegen. Sie ragen bis zu 100 m aus dem Wasser. Dabei ist theoretisch nur das obere Zehntel zu sehen. Liegen sie einmal im Wasser, werden die Kolosse von der Strömung fortgetragen. Ein im Nordosten von Grönland geborener Eisberg wandert zunächst entlang der Ostküste zur Südspitze der Insel. Dort erfasst ihn ein anderer Strom und trägt ihn an der Westküste wieder nordwärts bis ins Baffinmeer, wo sich zuweilen um die 40.000 Eisberge ein kaltes Stelldichein geben. Der Baffinstrom trägt sie nach Süden und übergibt sie dem Labradorstrom. Dieser bringt die Fracht weiter entlang der nordamerikanischen Küste, bis bei den Neufundlandbänken der warme Golfstrom dem eisigen Treiben innert Tagen bis Wochen ein Ende setzt. In der Gegend der Neufundlandbänke aber, etwa beim 48. Breitenkreis, kreuzen die Schifffahrtsrouten von Europa nach Nordamerika. Pro Jahr erreichen um die 400 Eisberge diese heikle Zone. Die Seeleute kennen die Gefahr; allein in den Jahren 1882 bis 1890 kollidierten vor Neufundland über 50 Passagierschiffe mit Eisbergen. Auch die Mannschaft der « Titanic» hielt wacker Ausschau, als ihr Dampfer in der Nacht vom 14. zum 15. April 1912 vor Neufundland die Eisbergstrasse kreuzte. Um 23 Uhr 40 tauchte hart voraus ein weisses Monster aus der Dunkelheit auf. Drei Stunden später versank die Titanic für immer in den eiskalten Fluten des Polarmeeres und nahm 1503 Menschen mit in den Tod. Ein Jahr später nahm unter der Leitung der US-Küstenwache die International Ice Patrol ihren Dienst auf. Dieser Eiswarndienst überwacht seither von März bis Juli die Gefahrenzone vor Neufundland. Wird ein Eisberg gesichtet, misst man seine Grösse und behält ihn im Auge. Dank dem Eiswarndienst ist seit der « Titanic» -Katastrophe im kontrollierten Gebiet nur noch eine einzige gravierende Kollision passiert.

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