Reisebericht Peru-Bolivien-Chile Teil 1

Lama

1. Teil – von Lima bis nach La Paz

1. Tag: Lima
Treffpunkt am Flughafen in Rio de Janeiro, Check-In bei Lanchile und pünktlicher Abflug nach Santiago via São Paulo. Kurzer Vorgeschmack auf Chile und rascher Weiterflug nach Lima, wo wir von einem netten, gesprächigen Peruaner um 01.00 Uhr nachts abgeholt werden. Das Hotel Maria Angola befindet sich im Viertel Miraflores, welches an der Pazifikküste liegt und bekannt für seine Kneipen und Parkanlagen ist.

2. Tag: Lima
Nach einer kurzen Nacht machen wir uns per Taxi auf den Weg in das ca. 8 km entfernte Zentrum Limas. An der Plaza de Armas befinden sich auch gleich viele Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale, Regierungspalast, Rathaus, der Palacio de Torre Tagle (Außenministerium) und die Iglesia y Convento de San Francisco. Per Zufall finden wir anschließend in Miraflores an der kargen Steilküste einen Restaurant- und Barkomplexes, wo wir uns für die kurze Nacht (Weiterflug nach Cusco um 6.00 Uhr) stärken und den Blick auf den Pazifik genießen.

3. Tag: Cusco
Pünktlich werden wir um 4.00 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Voller Erwartungen landen wir nach nur einer Stunde Flug im 3240 m hohen Cusco. Wird uns die oft erwähnte Höhenkrankheit befallen? Das Hotel Royal Inca befindet sich sehr zentral und ist ein ehemaliger Palast im Kolonialstil, so wie viele Häuser in Cusco. Nach ein paar Stunden Schlaf und unserem ersten Coca-Tee (er soll gegen die Höhenkrankheit helfen) beginnen wir unseren Stadtrundgang: Iglesia de San Francisco, Plaza de Armas mit der Kathedrale. Da uns nun die Höhe und die trockene Luft doch etwas zu schaffen macht, setzen wir uns in ein Cafe und anschließend auf die Plaza de Armas und beobachten das bunte Treiben. Anschließend besuchen wir das sehr interessante Inca- und Archeologiemuseum und das ehemalige Kloster „El Monastério“, wo sich im wunderschönen Innenhof ein 300 Jahre alter Zedernbaum befindet. Das Kloster ist übrigens mittlerweile zum Hotel avanciert. Jetzt, wo die Sonne weg ist wird es empfindlich kalt und so bummeln wir in den zahlreichen Geschäften, die sich in den Innenhöfen und Arkaden befinden.

4. Tag: Machu Picchu

Macchu Picchu

Montezumas Rache schlägt auch in Peru zu. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, den Ausflug nach Machu Picchu (großer Berg, auch Stadt in den Wolken genannt) zu machen. Endlich in Aguas Calientes angekommen, müssen wir die letzten 12 km noch mit dem Bus bewältigen. Dann, bei strahlend blauem Himmel, genießen wir zum einen die überwältigende Aussicht und zum anderen die Gesamtansicht der Anlage Machu Picchu mit dem eindrucksvollen Gipfel des Huayna Pichu im Hintergrund. Machu Picchu kann man schwer beschreiben, man muss es einfach gesehen haben und die Atmosphäre dieses besonderen Platzes aufnehmen.

5. Tag: Cusco
Heute geht es ins Valle Sacrada (geheiligtes Tal). Zunächst fahren wir nach Pisac, wo jeden Dienstag und Donnerstag auf dem Hauptplatz ein Markt mit Gemüse, Fleisch, Obst, aber auch Kunsthandwerk stattfindet. Hier erstehen wir natürlich diverse Souvenirs. Weiter geht es über Urubamba zu den Ruinen von Ollantaytambo, die auf etwa 2800 m liegen. Die Ruinen (eine ehemalige Inca-Festung) sind sehr interessant, jedoch ist deren Lage nur halb so schön wie Machu Picchu. Auf dem Rückweg nach Cusco besuchen wir noch auf halber Strecke Chinchero (stattliche 3780 m) – die Stadt des Regenbogens. Wegen des wunderschönen Ausblicks war sie einst Sommersitz mehrerer Incas, bevor sie vom Dominikanerorden weitgehend zerstört wurde. Auf den Fundamenten der Inca-Bauten wurde u.a. die Dorfkirche erbaut.
Mittlerweile ist es jedoch empfindlich kalt geworden und so sind wir doch froh, den Rückweg nach Cusco anzutreten.

6. Tag: Puno
Wir verabschieden uns von Cusco und begeben uns auf eines der schönsten Eisenbahnerlebnisse Südamerikas. Mit der Andenbahn fahren wir während 9 Stunden zu dem ca. 350 km entfernten Juliaca. Wir reisen mit den Einheimischen in der 3. Klasse, was wir als sehr angenehm empfinden. Nicht zuletzt, da man hier nicht von Souvenirhändlern „belästigt“ wird. Nach nur 53 km und zwei Stunden Fahrt beginnt für die Diesellok der mühevolle Aufstieg auf die Passhöhe, die wir nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen. Die Passhöhe bei La Raya liegt auf Sage und Schreibe 4313 m. Hier entspringt der Rio Urubamba, einer der Quellflüsse des Amazonas. Vor dem beeindruckenden Hintergrund der Berglandschaft weiden Esel, Lamas und Alpakas auf dem sumpfigen Untergrund. Wir befinden uns nun am Nordende der als Altiplano bekannten Hochebene, die sich zwischen Peru und Bolivien auf durchschnittlich 3900 m erstreckt. In Juliaca werden wir abgeholt und fahren noch ca. ½ Stunde bis nach Puno am Titicacasee.

7. Tag: Titicacasee

Uru-Inseln

Heute geht es auf einen Bootsausflug auf dem Titicacasee mit den schwimmenden Inseln der Urus. Hier kommt man sich ein bisschen wie im Zoo vor und wir testen nur unsere Standfestigkeit auf der ca. 2-3 m dicken Binsenunterlage. Danach kommen wir an unser Hauptziel des Tages – die Isla Taquile. Die knapp 2000 Einwohner leben hier noch weitgehend wie vor Jahrhunderten, sind Vegetarier und stellen v.a. Textilien her. Auf der ca. 6 km langen Wanderung über die Insel sieht man immer wieder Frauen, Männer und Kinder, die Wolle spinnen oder verstricken. Die Inselbewohner bekleiden sich immer noch in ihrer Tracht, die strenge Regeln hat, so ist z.B. die Mütze eines ledigen Mannes zweifarbig.
Per Zufall kommen wir an einer Hochzeit vorbei, die hier 7 Tage gefeiert und mit viel Schnaps begossen wird. Die Insel ist steil und steinig und da die Bewohner praktisch Selbsternährer sind, haben sie viele Terrassen angelegt. Wegen des speziellen Klimas, das hier herrscht, wächst – für diese Höhe ungewöhnlich- auch Mais.

8. Tag: Puerto Perez/Bolivien
Die Fahrt von Puno nach Copacabana in Bolivien führt an der Südwestseite des Titicacasees entlang. Nach ca. 100 km machen wir Halt in Pomata, wo wir die Kirche Santiago Apóstol besichtigen, die sich auf einem Hügel hoch über dem See erhebt. Außergewöhnlich sind hier die Steinmetzarbeiten der Portalrahmungen, die mit Motiven von Tieren und Pflanzen aus dem tropischen Regenwald verziert sind. Weiter geht es zur peruanisch-bolivianischen Grenze, wo wir rasch alle nötigen Aus- und Einreiseformalitäten erledigen können. Auffallend sind hier in Bolivien nun die zu klein geratenen Bowler-Hüte, die nur die Frauen tragen. In Copacabana angekommen verabschieden wir uns von unserem peruanischen Reiseführer und werden seinem bolivianischen „Pendant“ übergeben, der uns bis La Paz begleiten soll. Copacabana ist der bedeutendste Wallfahrtsort Boliviens. Beherrscht wird das Ortsbild einerseits von der 1820 fertig gestellten Basilika im maurischen Stil mit ihren bunten Fliesen und andererseits von der hübschen Bucht mit den zwei Hügeln, die mit der Copacabana in Rio de Janeiro eine gewisse Ähnlichkeit hat. In der Basilika befindet sich die berühmt Virgen Morena (dunkle Jungfrau), die Schutzheilige Boliviens. Nach einer 1-stündigen Bootsfahrt erreichen wir die Isla del Sol. Wir legen bei der Escalera del Inca an uns steigen schwer schnaufend die von den Incas erbaute Steintreppe hinauf. Der anstrengende Aufstieg lohnt sich, denn der Ausblick zur verschneiten Cordillera und der Isla de la Luna ist atemberaubend. Nach einer stärkenden und köstlichen Quinoa-Suppe geht es zurück nach Copacabana und von dort mit dem Bus weiter über die See-Enge von Tiquina, der engsten Stelle des Titicacasees nach Puerto Perez, wo wir übernachten.

9. Tag: La Paz
Für die 70 km von Puerto Perez nach La Paz benötigen wir nur 2 Stunden auf der asphaltierten Fernstraße. Beeindruckend ist die Fahrt ins Stadtzentrum , wo wir vom Altiplano fast 1000 m runterfahren müssen. La Paz ist die höchstgelegene Millionenstadt und Regierungssitz der Welt und schmiegt sich in das tief eingeschnittene Tal des Rio Choqueyapu. Im Hintergrund erhebt sich die eindrucksvolle Kulisse des 6322 m hohen Schneeberges Illimani. Die arme Bevölkerung lebt in der Höhe an den Hängen, wo es z.T. bis zu 10° kälter sein kann als etwas außerhalb und unterhalb des Zentrums, wo die Villenviertel liegen. Nachmittags machen wir uns zu Fuß ins Zentrum. Die noch verbliebenen Kolonialbauten sind außer in der Calle Jaén in sehr schlechtem Zustand. Man sieht hier sehr viel Armut auf der Straße und bei unserer Rückkehr in unser doch sehr nobles Hotel überkommen uns gemischte Gefühle.

10. Tag: La Paz
Am Morgen steht eine Tour durch und um La Paz an. Zunächst geht es in Richtung Süden in das Valle de la Luna (Mondtal). Das Mondtal besteht aus tausenden Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und kraterähnlichen Formationen. Die Türme und Pyramiden sind graubraun bis rötlich und fast ohne Bewuchs. Die Rückfahrt führt uns durch das Villenviertel von La Paz über das Fußballstadium zum Aussichtspunkt Killi Killi. Von hier hat man einen eindrucksvollen Rundblick über La Paz. Wir besuchen anschließend noch den Mercado de Hechicería (Hexenmarkt), auf dem neben Lamaembrios und allerlei Heilkräutern auch die unterschiedlichsten Glücksbringer angeboten werden. Nachmittags ruhen wir uns aus, denn morgen geht es auf die angeblich gefährlichste Straße der Welt – die Yungas-Straße.

Fortsetzung Reisebericht Peru-Bolivien-Chile-Reise Teil 2

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