Reisebericht Namibia Botswana Teil 5 (Epupa Fälle – Windhoek)

Epupa-Fälle

Epupa Falls – Sesfontain
Wieder begrüßt uns ein herrlich sonniger Morgen. Unser heutiges Tagesziel ist völlig offen. Wir durchqueren das Kaokofeld in Richtung Süden und passieren ganz vereinzelt kleine Himbadörfer. Rinderherden und Ziegen kreuzen unseren Weg, Hütebuben kommen gelaufen und fragen um Sweeties und T-Shirts. Mit einigen kommen wir ins Gespräch, bis die Rinder die Straße passiert haben. Ein 19-jähriger, der aussieht wie 12, geht zur Mobil-Scool, wie er sagt. Daher kann er so gut Englisch. Manchmal sind auch Mädchen dabei. Die Jungs sind oft nur mit einem Tuch bekleidet, daß von einer Hüftschnur gehalten wird. Aber sie tragen stattlichen Halsschmuck oder Halsringe mit Lederschuhen mit Zehenriemen. Die Haare sind bis auf einen Mittelstreifen geschoren. Nur die Mädchen sind von Kopf bis Fuß eingerieben in Butterfett, gemischt mit einer Paste, die der Haut die typische rotbraune, glänzende Farbe gibt. Die Haare sind zu dicken Zöpfen geflochten und mit einer Tonschicht ummantelt. Sie tragen einen Hüftgurt aus Leder, an dem dicke Ziegenlederlappen befestigt sind. Als Schmuck tragen sie dicke Lederbänder mit Perlenverzierungen und an den Händen und Beinen ebenfalls breiten Lederschmuck. Oft tragen sie in einem Lederumhang noch ein Baby auf dem Rücken, daß so natürlich wirkt, daß man es oft erst auf den zweiten Blick entdeckt. Einige Männer tragen T-Shirts und Shorts, doch diese Kleidungsstücke lassen sich offensichtlich nicht so gut pflegen wie ihre ursprüngliche Bekleidung, so daß sie heruntergekommen wirkt und den Männern ihre ursprüngliche Stattlichkeit nimmt. In der Nähe mancher Siedlungen ist die gesamte Landschaft flächendeckend übersät mit Bierflaschen und Glasscherben. Ein trauriger Anblick. Von allen Städten Namibias hätte ich nicht gedacht, ausgerechnet ein zweites mal nach Opuwo zu kommen. Genau wie ich es in Erinnerung hatte ist es immer noch ein armseliger Ort. Zwar gibt es ein paar Supermärkte aber nirgends gibt es frische Ware oder Eis für die Kühlbox. Die Menschen hier, meist Himbas oder Hereros, wurden aus ihrer sozialen Verankerung gerissen. Überall werden wir angebettelt. Ich unterhalte mich mit zwei Himba-Frauen mit einem Baby. Sie bieten mir an Fotos zu machen. Doch den Laib Brot, den ich ihnen dafür anbiete lehnen sie strikt ab und fordern 10 N$ pro Person und 5 für das Baby. Ich verzichte auf das Foto. Wir erledigen unsere Einkäufe so gut es geht und verlassen den schäbigen Ort mit Ziel Sesfontain. Weit außerhalb der Stadt, inmitten der Hügel, finden wir ein ruhiges Plätzchen unter einem mächtigen Baobab-Baum und schlagen unser Zelt auf.

Senke – Ongango
Die Strecke nach Sesfontain ist wunderschön. Die umliegenden Berge werden immer höher und wir überwinden einen halsbrecherisch steilen Paß. Die Straße erinnert an eine Mordillo-Karikatur. Manchmal kann man von oben nicht erkennen, wo die Straße weitergeht, weil sie so steil abfällt. Schließlich schlängelt sich die Straße durch eine enge Schlucht an einem trockenen Bachbett entlang. Der Bach kreuzt dabei immer wieder den Weg. nach unzähligen Windungen lassen wir die Berge hinter uns und es eröffnet sich uns ein atemberaubender Blick auf das flache Land. Nun ist es nicht mehr weit nach Sesfontain. Dieses besteht aus nicht mehr als einer Ansammlung von schäbigen Hütten am Ende eines schönen Tals. Es gibt eine Tankstelle und ein altes Fort, in dem heute ein Guesthouse untergebracht ist. Der Laden in Sesfontain ist eine Show. Alle Waren werden noch über die Ladentheke verkauft. Es ist einfach köstlich, diesen nostalgischen Handelsplatz zu beobachten. Hier ist wohl auch das Zentrum des Orts. Kein Wunder, nebenan befindet sich der Bottlestore. Nicht weit entfernt von hier wurde uns ein Camp empfohlen, wo es einen Wasserfall mit Pool geben soll. Das lassen wir uns nicht entgehen. Der Platz ist eine Oase in der Wüste. Der kristallklare Naturpool lädt zum Baden ein, wir können gar nicht genug bekommen. Bei dieser Hitze gibt es keinen angenehmeren Platz als im kühlen Naß inmitten dieser herrlichen Landschaft. Ein abendlicher Spaziergang zum Ende der Schlucht treibt uns den Schweiß aus den Poren, ist aber sehr schön. Zum Abkühlen werfen wir uns einfach wieder in den Pool. Hier läßt sich schön Silvester feiern. Happy New Year!

Skeleton-Nationalpark

Ongango – Skeleton Park Gate
Ein morgendliches Bad treibt die Müdigkeit aus den Gliedern. Wir möchten gerne das „Herero Traditional Village“ ansehen. Doch als wir die 3 Lehmhütten finden, sind wir doch etwas erstaunt. Na dann versuchen wir eben das „Damara Traditional Village“. Doch auch hier ist niemand zu Hause. Wir schlendern ein wenig durch die verlassenen Hütten und fahren dann weiter zum Kuwisib-Canyon. Zum Wandern ist es viel zu heiß. Die Landschaft wird sehr einsam. In der Nähe stapeln sich einige Tafelberge, ansonsten nichts als nur Steine und golden schimmerndes Gras. Wir werden mal wieder von einer schwarzen Regenwolke verfolgt. Aber die kann uns heute nichts. Da wo wir hinfahren, ist die trockenste Gegend Namibias. Hier regnet es im Jahresdurchschnitt nur 5 mm. Das wäre ein riesen Zufall, wenn es gerade heute hier regnen sollte. Am Nachmittag erreichen wir das Gate zum Skeleton Coast Nationalpark. Hier ist Endstation für uns, also schlagen wir unser Lager am inoffiziellen Campingplatz vor dem Gate auf und freunden uns mit Erwan, dem Warden an. Der hat den wahrscheinlich einsamsten Posten in ganz Namibia zu bewachen. So weit das Auge reicht nur Sand und seine armselige Hütte mittendrin. 3 Ulmer kommen und schlagen ebenfalls ihr Lager in dem kleinen Gärtchen auf. So haben wir noch mehr nette Gesellschaft. Wir beschließen, unsere Lebensmittel zusammenzuwerfen und gemeinsam zu kochen. Doch ehe wir uns versehen, beginnt es tatsächlich zu regnen. Das provisorische Dach aus Grasmatten kann den Regen nicht lange aufhalten. Wir flüchten unter die Terrasse unserer Gastgeber und trinken dort ein gemütliches Feierabendbier mit unseren Nachbarn.

Skeleton Nationalpark – Swakopmund
Erwan kommt mit einem strahlenden Grinsen und einem trichterförmigen Behälter angelaufen. Heute Nacht hat es 4 (!) mm geregnet. Wir freuen uns mit ihm. Dann drückt er uns noch einen einzelnen Schuh in die Hand, den wir bitte am anderen Ende des Parks beim Gate abgeben sollen. Nachdem wir noch einen Mitarbeiter zur defekten Wasserpumpe fahren (er traut sich nicht zu laufen, weil es dort Löwen gibt), dürfen wir das Gate passieren und dringen nun tief in die monotone Wüste Namib ein. Ab und zu haben wir von einer Kuppe Blick auf das tiefblaue Meer, ansonsten sehen wir stundenlang nur endlose Sandflächen. Eine Stichstraße führt uns zu einer Lagune, wo wir im Angesicht der tosenden Brandung des Atlantiks Mittagspause machen. Uns scheint, es ist der breiteste Sandstrand der Welt und keine Menschenseele weit und breit. Weiter führt die Fahrt durch gleißende Sonne dem wabbernden Horizont entgegen. Wir finden 2 der berühmten Schiffwracks und kühlen uns die Füße im Wasser. Schließlich erreichen wir Swakopmund. Natürlich quartieren wir uns bei Lofty, unserem altbekannten Gastgeber ein. Hier hat sich seit unserem letzten Besuch einiges getan. Dann machen wir uns stadtfein und suchen eine Werkstadt auf, in der Hoffnung, daß wir unseren Elefantenschaden am Heck möglichst kostengünstig reparieren lassen können. Zwei Jungs hebeln mit vereinten Kräften an der Stoßstange herum, bis sie wenigstens nicht mehr ganz so schief hängt. Na ob das ausreichen wird? Zum Abschluß des Tages finden wir noch ein hübsches Restaurant, in dem wir uns Strauss-Stroganoff und Kudu-Steak mit Krabbensalat schmecken lassen.

Düne 7

Swakopmund
Wir haben beschlossen, einen Zivilisationstag einzulegen. Wir frühstücken in einer deutschen Bäckerei Schneebälle und Schuhsohlen mit Cappuccino, besuchen eine Bank, besorgen Permits und lassen den Flug rückbestätigen. Als das geschäftliche erledigt ist, kann das Einkaufsvergnügen in den vielen hübschen Souvenierläden und auf dem kleinen Markt beginnen. Doch diesmal ist nichts dabei, was uns so richtig gefallen würde. Am Strand machen wir Mittagspause und laufen dann zur Lodge zurück. Nachmittags überkommt uns schon wieder der Expeditionsgeist und wir fahren entlang der Küste nach Walfishbay. Auf dem Rückweg statten wir der berühmten Düne 7 einen Besuch ab. Mühsam erklimmen wir den steilen Sandhaufen. 1 Schritt vor, 2 zurück. Wir tollen und hüpfen auf dem Grat entlang wie zwei kleine Kinder in einem überdimensionalen Sandkasten. Runter geht’s viel schneller. Am Abend gehen wir in eines der angeblich besten Restaurants von Swakopmund. Doch leider sind unsere Steaks noch ein bißchen blutig. Wir müssen zweimal reklamieren, aber die Nachspeise schmeckt um so besser und das Bierchen bei Lofty ist die Krönung des Abends.

Swakopmund – Blutkuppe
Leider müssen wir Swakopmund und die damit verbundenen Annehmlichkeiten schon wieder verlassen. In der Bäckerei holen wir uns noch Brezen (!) und Gebäck dann nehmen wir Abschied und verlassen die Stadt in Richtung Wüste. Ab und zu tauchen einige Felsen aus dem Dunst auf. Zur Blutkuppe ist es weiter als wir denken. Gegen Mittag haben wir sie gefunden. Bevor wir unser Lager aufschlagen machen wir noch eine Rundfahrt durch den Park. So rumpeln wir gemütlich durch die einsame Gegend. Ab und zu entdecken wir einen einzelnen Köcherbaum. Einige Strauße flüchten vor uns und Springböcke suchen im Schatten Schutz vor der Sonne. Die Quarze glitzern am Boden als ob man durch ein Diamantenfeld fahren würde. Wir finden einen weiteren Campingbereich mit einem natürlichen Steinbogen auf einem Felsen. Hier gefällt es uns so gut, daß wir das Lager errichten. Es ist sehr still hier. Bestimmt sind wir die einzigen Menschen im Umkreis von 50 Km.

Spitzkoppe

Blutkuppe – Hakos
Wir verlassen den wohl schönsten Zeltplatz den wir bisher hatten und fahren zurück zur Blutkuppe. Heute möchten wir sie gerne besteigen. Auf dem Weg dorthin müssen wir wieder etliche trockene Flußläufe durchqueren. Der Aufstieg über den blanken Fels, von dem sich Steinplatten wie Schuppen lösen, ist nicht sehr schwer. Wir stoßen auf mehrere riesige Höhlen im Fels. Wir gewinnen schnell an Höhe und wieder einmal werden wir uns der Dimensionen dieses Landes bewußt. Wir suchen noch einige Wasserlöcher im Park auf, dabei treffen wir auf mehr Tiere als an so manchem Tag im Etosha Nationalpark. Springböcke, Oryx, Geier, und unzählige Strauße kreuzen unseren Weg. Sogar die seltenen Hartmann-Bergzebras lassen sich blicken. Auf dem Weg zu den Hakos-Bergen kommen wir am Kuisep-Canyon vorbei und erklimmen den landschaftlich sehr reizvollen Gamberg-Paß. Steil schlängelt sich die Straße durchs Gebirge. Wir haben immer wieder schöne Ausblicke und hinter den Bergen nähert sich mal wieder ein schweres Gewitter. Bei der Hakos-Farm finden wir einen Campingplatz mit herrlicher Aussicht über die Berge. Unseren letzten Grillabend können wir leider nicht so sehr genießen, da es auf unsere Steaks regnet.

Hakos – Windhoek – Düsternbrock Farm
In der Nacht hat es noch einige Male geregnet doch am Morgen scheint schon wieder die Sonne. Bald erreichen wir die Hauptstadt. Wir geben die Ausrüstung ab, die uns so gute Dienste geleistet hat. Dann suchen wir die Nissan-Werkstatt auf. Leider haben die unser Ersatzteil nicht auf Lager, aber ein Kostenvoranschlag sagt uns, daß der Schaden mit 187 N$ nicht so dramatisch ist. Wir fahren raus zur Düsternbrock Farm. Dort werden wir sehr freundliche empfangen. Der Campingplatz ist sauber und wir sind die einzigen Gäste. Schon bald dürfen wir an der Leopardenfütterung teilnehmen. Mit einem offenen Safarimobil fahren wir direkt in das Gehege von Hadrian. Der Fahrer hängt einen Knochen an einen Ast, wobei er sich vorsichtig und mißtrauisch umsieht. Da kommt Hadrian aus dem tiefen Gras. Mit einem Satz ist er auf dem Baum und schleckt ein wenig am Knochen. Doch offensichtlich ist die Ware auf dem Wagen interessanter. Er kommt wieder herunter und nähert sich unserem Auto. Der Fahrer hält in auf Abstand, indem er ihm immer wieder kleine Brocken zuwirft, doch den Takt dazu gibt Hadrian vor. Als er sichtlich ungeduldig wird bekommt er endlich einen großen Brocken Fleisch zugeworfen, mit dem er sich zufrieden verzieht. Nun geht es zu den Geparden. Hier gibt es eine Familie mit zwei Jungtieren. Wie immer begeistern uns die schönen und grazilen Katzen. Am Abend machen wir noch einen Game-Drive über das Gelände. Hier leben Kuh-Antilopen, Zebras, Gnus, Oryx, Eland-Antilopen, Giraffen und Wasserböcke. Das Abendessen nehmen wir zusammen mit unserem Gastgeber ein – Überbackener Käse, Oryx-Lendchen mit Kartoffeln und Blaukraut und selbstgemachtes Zitroneneis. Vom Hausherrn erfahren wir einiges über das wahre Leben auf einer Farm in Namibia.

Düsternbrock Farm – Windhoek Airport
In der Nacht hat es geregnet und wie befürchtet müssen wir unser Zelt naß einpacken. Mit Mühe und Not paßt unsere Ausrüstung in die Taschen. Komisch, bei der Anreise hatten wir doch viel mehr Platz!? Wir bekommen noch ein leckeres Frühstücksbüffet mit dem Gastgeber. Schließlich verabschieden wir uns und fahren in die Stadt zum Tanken und weiter zum Flughafen, wo wir die letzten Sonnenstrahlen einatmen, bevor es zurück geht ins winterliche Deutschland.

Reisebericht Namibia Botswana Teil 5 (Epupa Fälle – Windhoek)

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