Reisebericht Namibia Botswana Teil 2 (Moremi Nationalpark – Nxai Pan – Chobe Nationalpark)

Baobab-Bäume

Moremi Nationalpark – Nxai Pan Nationalpark
Eine Flußpferdfamilie muss sich in der Nähe unseres Zelts aufgehalten haben. Die Schmatz- und Grunzgeräusche ließen uns heute nacht kaum schlafen. Eine Nachbarin kommt auf dem Weg zum Bad bei uns vorbei und fragt, ob wir auch das Löwenrudel gesehen hätten. „Welches Löwenrudel“ fragen wir ungläubig. „Na das dort drüben, heute morgen, gleich 200 Meter vom Camp entfernt.“ Wir haben es leider verschlafen. Spätestens um 11 Uhr müssen wir das Gate erreichen. Für die 50 Km benötigen wir fast 3 Stunden. Außer einer Hyäne, die eine Antilopenherde auseinander preschen läßt, und einigen Giraffen und Strauße sehen wir heute leider keine Tiere. Gegen Mittag erreichen wir wieder Maun. Unser Tagesziel sind jedoch die berühmten Baobab-Bäume im südlichen Teil des Nxai Pan Nationalparks. Wir decken uns nur kurz mit frischen Lebensmitteln ein und verlassen Maun in Richtung Westen. Nach 141 Km Teerstraße erreichen wir die Abzweigung zum Nationalpark. Ab hier ist es nur noch ein mühsamer, sandiger Pfad. Wir durchqueren einen ausgetrockneten, verkrusteten See. Die Umgebung ist flach wie ein Tisch und die Vegetation ist trocken und dürr. Es ist unglaublich heiß. In der Nähe der beeindruckenden Bäume, die man schon von der Weite erkennen kann, finden wir ein schattiges Plätzchen für unser Zelt. Am Himmel türmen sich dunkle Gewitterwolken auf. Vereinzelt sehen wir Regenschauer nieder gehen. Am Horizont können wir ein Buschfeuer erkennen. Hoffentlich bläst es uns der Wind nicht entgegen. Der weht zum Glück aus der anderen Richtung und bringt uns damit die Regenwolken näher. Am Abend erreicht uns der Regen, so daß wir unser Abendessen ins Auto verlagern müssen. Aber zum leuchtenden Sonnenuntergang sitzen wir schon wieder auf unseren Campingstühlen in der Steppe Afrikas während in der Ferne weiter der Donner grollt.

Antilopen

Nxai Pan Nationalpark
In der Nacht hat es wieder geregnet. Es ist noch nicht so heiß und wir besuchen noch einmal die wunderbaren riesigen Baobab-Bäume am Rand der Pfanne. Diese ist durch den Regen heute nacht ziemlich aufgeweicht und wir schlittern mehr oder weniger durch den Schlamm. Vor dem Gate müssen wir noch einige Kilometer auf der bisher schlechtesten Straße hinter uns bringen. Mühsam wühlen wir uns durch tiefe Sandrinnen, mit Vollgas, um nicht stecken zu bleiben. Trotzdem ist noch früh, als wir das Gate erreichen. Hier im Park soll es um diese Jahreszeit viel Wild geben. Wir freuen uns sehr auf die Geparden, die uns hier regelrecht versprochen wurden. Mit der Regenzeit kommen die Wildtiere von den Flüssen im Norden und mit ihnen die Raubkatzen. Außerdem soll es hier wunderbare Vegetation geben. Wir unternehmen eine erste Rundfahrt. Doch es dauert nicht lange, bis wir realisieren, daß es überhaupt keine Tiere hier gibt. Wir sehen einen kleinen Schakal (halbverhungert) eine Schildkröte und ungefähr 2 Geier. Der ganze Park ist übersät mit Elefantendung, aber kein Elefant weit und breit. Nicht einmal die sonst so zahlreich vertretenen Impalas oder Springböcke – einfach nichts. Selten haben wir einen derart ausgestorbenen, trostlosen Park gesehen. Wir sind zu früh dran, es hat noch nicht genug geregnet, es gibt kein frisches Gras und zu wenig Wasser. Da hilft uns auch nicht, daß die Straßen heute unter Wasser stehen, aufgeweicht und schmierig sind, so daß wir ständig ins Schleudern kommen und in das Gelände ausweichen müssen. Da wir nun schon mal hier sind, beschließen wir, einen Ruhetag einzulegen. Wir machen es uns am Zeltplatz gemütlich und die Wäsche trocknet im heißen Wind. Etwas später bekommen wir Besuch von einem französisch sprechenden Schweizer. Ein echter Afrikakenner, wie sich herausstellt. Er erzählt uns, daß er hier im Park vier (!) Tage verbringen wollte, weil er diesen Park als einen der schönsten in Erinnerung hat. Am Nachmittag fahren wir gemeinsam hinaus zum Wasserloch. Zwei Schakale ziehen davon, dunkle Gewitterwolken ziehen auf. In kürzester Zeit befinden wir uns mitten in einem heftigen Gewitter. Um uns herum blitzt und kracht es und wir sehen in unmittelbarer Nähe einen Blitz im Boden einschlagen. Der Regen ist so heftig, daß wir gerade mal 30 m weit sehen können. Die Ebene steht sofort unter Wasser. Mit Mühe suchen wir unseren Weg zurück in das Camp um unser Zelt zu retten, doch wir wagen es nicht, auszusteigen. Vom Auto aus beobachten wir, wie unser Zelt langsam absäuft. Yvonne, dem Schweizer, fällt ein, daß der Campingplatz die niedrigste Stelle am Rand der Pfanne ist und wir damit rechnen können, daß er bald überflutet sein wird. Er hat recht. Auf der kleinen Zufahrt zum Platz kommt uns schon das Wasser knietief entgegengeschossen. Gemeinsam retten wir unsere Zelte und Fahrzeuge auf eine kleine Insel hinter den Toiletten und sehen zu, wie der Zeltplatz langsam unter den Fluten verschwindet. Auf dem engen Platz zwischen unseren Fahrzeugen, verbringen wir einen geselligen Abend am Feuer.

Nxai Pan Nationalpark – Maun – Mababe Village
Am Morgen ist das Wasser weitgehend versickert. Von dem „Mangrovensumpf“ von gestern kann man sich nur mehr schwerlich eine Vorstellung machen. Es gibt Steaks zum Frühstück. Da wir dieses Fleisch nur mit List durch die Veterinärkontrolle gebracht haben, möchten wir es heute nicht wieder ausschmuggeln. Die Sandpiste ist viel griffiger durch die Feuchtigkeit und stellt heute kein Problem mehr dar. Zurück in Maun erledigen wir noch ein paar organisatorische Dinge, wie z. B. Geld wechseln. Dafür muss man viel Zeit mitbringen. In der Bank stehen ungefähr 300 Leute an. Wir haben keine Geduld und versuchen es in einer anderen Bank. Hier dauert es nur eine halbe Stunde. Na also, geht doch. Noch Tanken, einkaufen, Parkverwaltung und zu letzt besorgen wir noch ein Tierbestimmungsbuch, das wir im dritten Laden endlich bekommen. Nun aber raus aus der Stadt und ab in Richtung Chobe Nationalpark, wir wollen endlich Elefanten sehen. Das erste Stück der Strecke ist uns bereits bekannt. Ab der Abzweigung zum Chobe Nationalpark müssen wir uns vier Stunden lang durch tiefen aber meistens griffigen Sand quälen. Auf der ganzen Strecke können wir nur den zweiten Gang benutzen, manchmal auch den ersten. Vereinzelt kommen wir an Passagen, an denen die Straße aus getrocknetem Lehm besteht, aber diese Stellen sind durchsetzt mit tiefen Schlammlöchern, die man kaum umfahren kann. Die Straße besteht eigentlich nur aus zwei Spuren, die sich durch eintönigen Mpane Wald zieht. Nach 17 km erreichen wir ein Rundhüttendorf. Ab hier wird die Straße noch schlechter. Es wird langsam spät und wir halten Ausschau nach einem geeigneten Platz zum Campen. Als wir gerade durch ein besonders schwieriges Waldstück mit Schlammlöchern klettern, taucht vor uns plötzlich ein Elefant auf. Hurra, unser erster! Und da, noch einer. Mitten auf der Straße. Wir können unmöglich wenden und vorbei können wir auch nicht. Jetzt geht aber mal schön aus dem Weg, ihr beiden, es wird langsam dunkel und wir haben es eilig. Ungeduldig warten wir ab, bis die beiden den Weg frei geben und wir weiter fahren können. Der Wald sieht verheerend aus. Umgerisse Bäume, abgeschälte Rinde. Wir passieren einen dichten Busch und ich starre auf zwei riesige graue Ohren mit einem Rüssel dazwischen. Der Riese hatte sich hinter dem Busch versteckt und steht so nah neben dem Auto, daß ich ihn nicht einmal komplett sehen kann. Er möchte genau hier die Straße überqueren und wir wollen ihn lieber nicht daran hindern. Nichts wie weg. Die Straße gabelt sich mal wieder unbeschildert. Wir nehmen die mittlere Option und prompt steht hinter der nächsten Kuppe ein Elefant. Diesmal wagen wir uns langsam vorbei und können ihn beim Trinken beobachten. Nr. 5 ist weiter oben am selben Wasserlauf und Nr. 6 kreuz etwas später in lichterem Gelände unseren Weg. Strike hatte recht gehabt, als er sagte „don’t worry about the elefants, there are plenty!“. Die Pläne, hier in dieser elefantenverseuchten Wildnis zu zelten haben wir längst aufgegeben. Langsam kämpfen wir uns weiter durch den Sand und endlich tauchen einige Hütten auf. Wir fragen die Jungs am Straßenrand nach einer Zeltmöglichkeit und sie schicken uns zum Polizisten. Dort sind wir herzlich willkommen und dürfen unser Zelt auf dem Dorfplatz unter einer riesigen Platane aufschlagen. Wir befinden uns mitten in einem Buschmanndorf. Es gibt keinen Strom, das Wasser wird an einem Brunnen geholt. Zu unserer Überraschung werden wir nicht gleich belagert. Nur ein paar Kinder gucken neugierig aus der Ferne, was die beiden Weißen alles auspacken. Aber sie sind nicht aufdringlich. Alles ist sehr friedlich und ruhig hier. Als wir mit dem Abendessen fertig sind und am Feuer sitzen, kommt Josef, der Junge, den wir nach einer Zeltmöglichkeit fragten, uns besuchen. Gerne läßt er sich von uns auf ein Bier einladen und erzählt uns in fließendem Englisch über die Buschmänner, das Leben im Busch, Politik und Schulsystem. Wir sind schwer beeindruckt.

Elefant im Chobe Nationalpark

Mababe Village – Chobe Nationalpark
In der Nacht hörten wir die Löwen in der Nähe brüllen. Wir nehmen Abschied von unserem Gastgeber, dem Polizisten oder Gemeindeaufseher und reisen weiter. Es sind nur noch 10 Km zum Gate des Nationalparks entfernt. Doch dieser ist nicht eingezäunt, so daß sich außerhalb des Nationalparks die gleichen Tiere bewegen wie innerhalb. Wir quälen uns weiter über die schlechten Tracks. Die Straßen hier sind nämlich keine Straßen, sondern nur zwei Spuren im Wald, die durch das gelegentliche Befahren erhalten bleiben. Gepflegt werden sie offensichtlich nicht. Kilometer für Kilometer nähern wir uns dem Camp. 2 Elefanten und ein paar Zebras kreuzen den Weg. Erst kurz vor dem Camp stoßen wir auf ein Rudel Löwen, das im Schatten eines Strauches den Tag verschläft. Etwas weiter erwartet uns dann eine größere Herde Elefanten. Wir sind müde vom Fahren und froh, endlich das Camp zu erreichen, wo wir eine Pause einlegen. Erst am Abend fahren wir noch einmal raus um nach den Tieren zu sehen. Die Löwen haben sich nicht bewegt. Erst jetzt, als es anfängt zu dämmern, wacht einer nach dem anderen auf und verschwindet im Busch.

Chobe Nationalpark
Wir machen uns früh auf den Weg, aber die Ausbeute an Tieren ist sehr mager. An einem wunderschönen Baobab machen wir Frühstückspause. Der Weg dorthin wird von einer schwarzen Spuckkobra bewacht. Erst nach längerem Verhandeln läßt sie uns passieren. Wir rumpeln über das Gelände und überfahren beinahe einen Elefanten, der wieder einmal völlig unverhofft, aus dem Gebüsch auftaucht. Aus sicherer Entfernung können wir einen zweiten Elefanten beim Frühstück beobachten. Die größte Mittagshitze verbringen wir im Camp. Ein Hornbill und ein Streifenhörnchen leisten uns Gesellschaft und streiten um ein paar Brotkrümel. Solange es nichts größeres ist… Immer wieder soll es vorgekommen sein, daß Elefanten den Frühstückstisch abräumen oder die Wasserleitungen in den Duschen knacken. Dem wurde damit abgeholfen, daß die Duschräume verbunkert wurden. Den Eingang zur Damentoilette bewacht nun eine grüne Baumschlange, die boshaft schnappt, wenn man sich dem Tor nähert. Durch unseren ungewohnt luxuriösen Reisestil, haben wir die Organisation unserer Ausrüstung noch nicht so richtig im Griff. Immer wieder müssen wir den gesamten Pick up aus- und wieder einräumen was zur Folge hat, daß wir danach erst recht nicht mehr wissen, wo unsere Ausrüstung ist. Bei der abendlichen Rundfahrt stoßen wir wieder auf einige Elefanten, es scheint hier wirklich sehr viele zu geben. Ein nervöser Elefantenbulle versperrt uns den Weg. Jeder Versuch, an ihm vorbei zu kommen scheitert an seinen Drohgebärden. Erst als ein anderes Fahrzeug entgegen kommt wagen wir die Durchfahrt. Eine schöne Sommernacht am Lagerfeuer rundet den Tag ab.

Reisebericht Namibia Botswana Teil 2 (Moremi Nationalpark – Nxai Pan – Chobe Nationalpark)

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