Reisebericht Jordanien Teil 1 Amman-Dana

Römerstadt Jerash

Schon am Flughafen in Amman fällt uns auf, wie freundlich die Leute sind. Bei der Ausbildung zum Zollbeamten haben diese Leute hier wohl im Fach „grimmig schauen“ gefehlt, denn diese hier machen Witze und heißen uns herzlich „Welcome to Jordan“. Einen Gruß, den wir in Jordanien noch viele Male hören werden. Noch eben schnell in die Kamera des Zöllners gegrinst und schon kann die spannende Reise durch Jordanien beginnen…

Wir haben uns für ein paar Nächte in Madaba eingerichtet um von hier aus die Gegend erkunden. Unseren ersten Tag beginnen wir erst mal mit einem Spaziergang zu den berühmten Mosaiken von Madaba. Anschließend fahren wir raus zu den Wüstenschlössern. Die Gegend ist unerwartet grün. Olivenbäume licht gestreut in rotbrauner Erde, saftige grüne Getreidefelder und dazwischen blüht roter Mohn. Auf den flachen Hügeln wachsen bonzige Bungalows. Fast ein bisschen wie in der Toscana. Anfangs gibt es noch viele Treibhäuser doch als die ersten Schilder auftauchen, die in den Irak und nach Saudi-Arabien weisen, wird die Landschaft so, wie man sie sich eigentlich vorstellt. Wir folgen einer schnurgerden Teerstraße entlang einer schnurgeraden Hochspannungsleitung durch schnurgerade Kieswüste. 50 Km vor der Grenze zu Saudi Arabien finden wir die drei Wüstenschlösser. Zwei davon stehen mitten in der trostlosen Wüste und das dritte in einer trostlosen Stadt. In einer Bäckerei kaufen wir das typische Fladenbrot zum Mittagessen. Bei einem weiteren Schloss werden wir von einem Beduinen in sein Zelt zu einem traditionellen Minztee eingeladen. Und wieder fällt uns auf, wie freundlich und unaufdringlich die Menschen hier sind.

Am zweiten Tag besuchen wir die alte Römerstadt Jerash und stellen fest: „die spinnen, die Römer“. Wir wandeln durch den Säulenwald zum Amphietheater, besichtigen die gut erhaltenen Tempel, staunen über die Größe der Stadt und winzige Details. Es ist wirklich sehr sehr beeindruckend. Auf dem Rückweg durchqueren wir wieder eine ganz andere Landschaft um zur Burg Ajlun zu gelangen. Das Castell befindet sich auf einem der zahlreichen Hügel, von denen man einen schönen Rundblick über das Land hat. Schließlich erreichen wir das Jordantal. Hier wird sogar Wein angebaut und entlang des berühmten Flusses reihen sich kuppelförmige Gewächshäuser soweit das Auge reicht.

Auf der Strecke von Madaba zum Toten Meer fällt das fruchtbare Hochplateau abrupt von 900 m Höhe auf Minus 400 Meter unter dem Meeresspiegel ab. Hier ereichen wir den tiefsten Punkt der Erde. Von einem Bad im Toten Meer habe ich schon immer geträumt und hier kann ich mir den Wunsch endlich erfüllen. Die Salzlauge fühlt sich ölig an und brennt in kleinen Wunden aber es mindert nicht das erhabene Gefühle, schwerelos wie ein Korken im Wasser zu dümpeln.

Unser Kurs führt weiter südlich. Dank GPS haben wir die Schlucht Wadi Nimrim gefunden. Niemand ist hier. Wir sind ganz alleine. Die roten Wände des Canyons ragen steil und eng in die Höhe. Es ist schattig und kühl. Manchmal ist die Schlucht nur wenige Meter breit. Wir laufen in einem kleinen Bach, der uns die Füße kühlt. Nach zwei Kilometern kommt eine kleine Stufe und für uns der Punkt umzukehren.

Wir hatten uns Jordanien nicht so abwechslungsreich vorgestellt. Auf der Fahrt nach Dana wechseln wir ständig von 1500 Metern Höhe auf 200 hinunter und wieder hoch. Unten fließt jeweils ein dünnes Rinnsal, so dass einfache Landwirtschaft möglich ist. Ein paar Ziegenherden, ein paar Beduinenzelte. Oben sehen wir nirgends einen Fluß, dafür aber fruchtbare Erde, Olivenhaine, Getreidefelder. Wir durchqueren die eine oder andere Stadt, die sich sehr unterscheiden. Mal sieht alles sehr ordentlich und wohlhabend aus und im nächsten Ort sehr afrikanisch. Immer führt die Straße mitten durch den Ort. Rechts und links haben sich Kfz-Werkstätten und Handel angesiedelt. Männer und Frauen sind überall unterwegs, wobei darauf geachtet wird, dass jeder Meter mit dem Auto gefahren wird. Dies führt natürlich zu chronischer Verstopfung aber wie durch ein Wunder löst sich nach einem Hupkonzert immer wieder alles auf.

In keinem anderen Land sind wir je so freundlich und hilfsbereit aufgenommen worden wie hier in Jordanien. Ob Schulkind oder der älterer Herr, alle grüßen uns mit einem „Welcome to Jordan“. Die Leute am Straßenrand winken uns zu und halten an, um uns ihre Hilfe anzubieten. Wir werden zum gemeinsamen Picknick eingeladen oder mindestens auf ein Glas Pfefferminztee.

Vom Dana Nationalpark sind wir ein wenig enttäuscht. Irgendwie hatten wir hier mehr erwartet. Die mit 2 Stunden ausgeschriebene Wanderung um das Camp bewältigen wir in 30 Minuten. Das einzige Highlight auf der Strecke ist eine winzige Schildkröte. Wir verlassen den Park und begeben uns weiter südlich, bis wir einen weiteren Höhepunkt der Reise, Petra, erreichen.

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