Island Trekking Laugavegur

Thorsmörk

Thorsmörk – Botnar (Emstrur)
Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir die Hütte Básar. Was wir für einen typisch isländischen Witz hielten, wurde Realität. Das gesamte Thorsmörktal ist von 500 Studenten belagert, die heute hier feiern. Zwischen den niedrigen Büschen glitzern die auf Hochglanz polierten Scheiben und Chromstoßstangen der wuchtigen Allradfahrzeuge, dahinter ducken sich zahlreiche Zelte. Trotzdem die Jugend Reykjaviks offensichtlich die ganze Nacht durchgefeiert hat, ist sie fröhlich und guter Dinge. Während wir uns unseren Weg bahnen, werden wir immer wieder aufgefordert mit ihnen zu singen und zu musizieren. Als wir ihnen erzählen, daß wir noch weiter nach Botnar laufen gucken sie uns ratlos an und beschließen, uns ein Stück zu begleiten. Von Básar aus kann man die eigentliche Thorsmörkhütte Langidalur bereits erkennen und eine halbe Stunde später auch erreichen. Auch hier wurde fleißig gefeiert. Wir durchqueren den legendären Wald und als wir uns bezüglich des Wegs nicht ganz sicher sind, erklärt uns einer der isländischen Jugend, falls man sich in einem isländischen Wald verirrt soll man einfach aufstehen und sich orientieren. Schon bald lassen wir den duftenden Wald hinter uns und steigen ab zur Pröngá. Wir müssen zum ersten mal einen Fluß durchqueren und finden es ziemlich aufregend. Gleich nach dem Fluß erklimmen wir eine Anhöhe, überqueren auf einer Brücke die Ljósá und anschließend führt der Weg ca. 2 Stunden im leichten auf und ab durch immer kahler werdende Steppe. Immer wieder haben wir prächtige Blicke auf den Gletscher und einzelne Gletscherzungen. Schließlich überqueren wir den reißenden Gletscherfluß des Entujökulls auf einer Brücke und steigen anschließend steil durch losen Sand auf. Nach dieser schweißtreibenden Leistung ist es nicht mehr weit zur Hütte Emstrur. Wanderzeit etwa 6 Stunden, Strecke ca. 16 km. In der Nähe der Hütte Emstrur gibt es einen sehr beeindruckenden Canyon. Ein Abendspaziergang dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Außerdem kann man im nahe gelegenen Bach ein erfrischendes Bad nehmen.

Typische Landschaft

Botnar (Emstrur) – Álftavat
Heute ist uns Thor nicht mehr so gut gesonnen. Als wir um 9:00 Uhr abmarschieren weht ein heftiger, kalter Wind. Es ist bedeckt. Um 10:00 platschen uns die ersten dicken, kalten Regentropfen in das Gesicht. Wir packen uns dicht und warm in unsere Schutzkleidung ein und bereits eine halbe Stunde später beginnt es zu allem Überfluss auch noch zu graupeln. Der Wind zerrt wütend an uns und unserem Gepäck als wir uns mit trotzig gesenktem Blick durch die schwarze Sandwüste kämpfen. Von der Landschaft ist kaum etwas zu erkennen. Nur schwarzer Sand zu unseren Füßen. Ein heimlicher Blick nach vorne wird mit brennenden Nadelstichen im Gesicht bestraft. Nach knapp 3 Stunden bietet uns ein knietiefer Fluß, den wir durchwaten müssen, eine sehr erfrischende Abwechslung. Kurze Zeit später erreichen wir die Hütte Hvanngill, den einzigen windstillen, trockenen Platz auf der ganzen heutigen Strecke. Eine warme Suppe und Brot tun uns jetzt gut. Als wir eine Stunde später wieder aufbrechen hat es aufgehört zu regnen aber ein heftiger Wind bläst uns über den Berg. Um 15:00 Uhr ist Alftavatn in Sicht, vorher müssen wir allerdings noch einmal einen größeren Fluß durchqueren. Aber auch das schaffen wir mit Bravour. Wir sind froh, als wir die schöne, aber einsame Strecke geschafft haben und uns in der gemütlichen Hütte am Alftavatn aufwärmen können. Wanderzeit etwa 6 Stunden, Strecke ca. 16 km ohne große Steigungen.

Liparitberge

Álftavatn – Hrafntinnusker 1070 m (phonetisch: Kraftinüskr)
Auf diese Strecke hatten wir uns besonders gefreut, wußten wir doch, welch unbeschreiblich schönes Panorama uns heute bevor steht. Allerdings mußten wir uns das erst verdienen. In der ersten Stunde geht es noch gemütlich dahin über liebliche Landschaft und wunderschöne Phosphormoosfelder. Ein letztes mal muß ein Fluß durchquert werden, bevor es zum mühsamen, langen Aufstieg kommt. Die Aussicht wird immer spektakulärer. Oben erreichen wir schließlich die ersten heißen Quellen. Das typische Landschaftsbild der Landmannalaugar-Gegend beginnt. Nach einer weiteren Stunde ständigem Aufs und Abs vorbei an schneebedeckten, dampfenden Liparitbergen kann man schließlich die Hütte sehen und die letzte Etappe führt noch eine weitere Stunde über Schneefelder bis Hrafntinnusker schließlich erreicht ist. Diese schöne Etappe durch spektakuläre Szenerie dauert etwa 5 Stunden für 11 km. Dabei ist ein langer, steiler Anstieg, mehrere kleinere Anstiege sowie vereinzelte Schneefelder zu bewältigen.

Märchenwiese bei Landmannalaugar

Hrafntinnusker – Landmannalaugar 580 m
Von jetzt ab geht es nur noch bergab. Wir haben klare Sicht und einige dunkle Wolken in den entfernten Bergen. Auch heute haben wir unzähliche Schneefelder zu überqueren. Einige heiße Quellen und Pools liegen direkt am Weg. Schließlich bekommen wir Blick auf das Tal der Landmannalaugar. Wir legen unsere Rucksäcke ab und erklimmen in 10 Minuten den Gipfel der Brennisteinsalda, von wo aus wir einen tollen Rundblick über das gesamte Gebiet haben. Nach einer weiteren Stunde vorbei an Märchenwiese und Blocklavabrocken erreichen wir die Hütte in Landmannalaugar und entspannen unsere Knochen und Muskeln im wohlverdienten heißen Pool. Hier gibt es Forellenfilets sehr günstig zu kaufen, die den Nudelalltag erheblich aufwerten. Für die Strecke durch abwechslungsreiches, farbenfrohes Gebiet können 4-5 Stunden veranschlagt werden. Sie beträgt ca. 11 km.

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